Zurück in die 60er

Events, Nähen, Sozialising

Waren die 60er nicht eine wundervolle Zeit? Ich fühle mich immer wieder zu ihnen hingezogen, der Musik, dem Style, den Kleidern. Lasst uns nostalgisch zurückblicken mit einen schnell genähten a-linien Kleid von Simplicity.

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Ich habe ein Geständnis zu machen: Die 60er sind meine Zeit. Die Mitt-60er, um genauer zu sein, als Beat Musik aus Großbritannien ganz groß war und Hippies erst begannen, die Welt zu erobern.
Ich denke, ich kann meinem Vater dafür danken, durch den ich mit Beatles aufgewachsen bin. Er hat mir meinen Beatles-inspirierten Namen gegeben (Abgeleitet von Julia Lennon. Ich meine es ernst, dass ist der Hintergrund meiner Namensgebung.) und mich ungebändigt dem Mersey Beats ausgesetzt. Und immer noch liebe ich es. Diese Musik ist meine Zurück-In-Die-Kindheit-Sommer-Musik.

Daher war ich selbstverständlich mehr als begeistert, als ich das Thema für die Neujahrsfeier 2015 meiner alten Firma hörte: Beat Club.

Bevor wir zum wichtigsten Teil kommen, unseren Kostümen, will ich noch ein bisschen Geschichte dazwischen schieben.

Die angesprochene Feier ist die eigentliche Weihnachtsfeier der Firma und findet üblicherweise im Februar statt. Ich fand das immer ganz intelligent gelegt, da die Zeit um Weihnachten ja sonst auch schon immer sehr voll ist. Zusätzlich, mit der Ursprung der Firma in Bremen war es der perfekte Ort für eine Beat Club Feier, schließlich entstand das TV Format dort. Beat Club war das erste Programm mit „moderner“ Musik der damaligen Zeit in Deutschland. Es wurde zwischen 1965 und 1973 ausgestrahlt und zeigte die damaligen hippen Bands, wie z.B. auch die deutschen „The Lords“.

Wir brauchten ein bisschen, ehe wir uns für ein Kostüm entscheiden konnten, aber wir wollten definitiv als eine Gruppe gehen. Nach einigen Nachforschungen entschieden wir uns dann für ein simples a-linien Kleid von Simplicity, das auch für unsere unterschiedlichen Nählevel hervorragend geeignet war.

Ich denke, dass ich nun leider einmal auf die Download Option von Simplicity eingehen sollte. *seufz*

Diese Option war anders, als ich sie sonst von digitalen Schnittmustern kenne. Zuerst einmal muss man eine geschützte pdf-Software installieren, denn nur mit dieser ist es möglich, den Schnitt anzusehen und zu drucken. Man bekommt eine Lizenz, die man einliest, damit man das Schnittmuster auf einem Computer installieren kann. Ich habe noch nicht getestet, wie ich die Software nun auf einem anderen Rechner ausführe, aber das werde ich wohl bald einmal machen müssen, da ich meinen Laptop gerade neu habe und damit die Software nicht mehr.

Dann kann man das Schnittmuster nur 3x drucken, bevor die Lizenz abläuft. Zusätzlich gibt es ein weiteres Problem für mich: Ich habe keinen Drucker. Mit diesem System kann ich nicht eben mal zum Copy Shop springen und meine Schnittmuster drucken lassen. Simplicity hat nicht die bequemste Lösung, um digitale Schnitte zu drucken. Ich muss sagen, ich war tatsächlich ziemlich enttäuscht von dem ganzen Prozess.

Ich verstehe ja, was sie damit erreichen wollen und dass sie versuchen, den illegalen Weiterverkauf ihrer Schnitte zu verhindern. Aber für mich als ehrlicher Anwender wird das um einiges erschwert. Zumal ich doppelt so viel bezahle wie bei den digitalen Schnitten von Burda, bei denen ich keine Beschränkungen habe und keinerlei Probleme. Daher bin ich mir nicht mehr sicher, ob sich der Onlineschnitt von Simplicity überhaupt lohnt oder ich nicht lieber ein paar Tage mehr warten sollte, bis der Schnitt im Briefkasten ist.

Jedenfalls sind wir dann zur „Stoffbörse Berlin“ in Spandau und schauten uns nach dem passenden Stoffen um. Am Ende entschieden wir uns für drei verschiedene Farben eines Kordstoffes für die drei Kleider.

dress_cord

Und dann fing das übliche Programm an. Schnitt drucken, Papier ausschneiden und Kleben, Stoff schneiden, Kleid nähen. Die Kleider waren recht leicht und schnell zu machen, auch wenn meine Kollegin wohl etwas anderes dazu zu sagen hätte. 😉 Und wie immer hatte ich so meine lieben Probleme mit dem versteckten Reißverschluss. Wir arbeiteten überwiegend im Büro und verwandelten unseren Meetingraum in ein Nähstudio. Dadurch konnten wir uns gegenseitig schneller unterstützen und hatten natürlich um einiges mehr Spaß beim Herstellen der Kleider.

sewing_in_the_office

Schließlich, am Ende der Arbeit, waren wir alle ziemlich zufrieden und die Party war ein großer Erfolg. Die Firma organisierte sogar eine großartige 60er Kulisse, vor der man Fotos machen lassen konnte, die aussahen, als wären sie in der Ära entstanden.

Aber bevor die Feier stattfand, stellten wir uns noch die Frage, welche Tänze zu dem Thema und unseren Kleidern passen würden. Daher entlasse ich euch mit dem wunderbaren „Wiggle Twist“, den ihr im folgenden Video des Ehepaar Ferns lernen könnt. Auch wir haben die Schritte des Tanzes mit mehr oder weniger Erfolg ausprobiert. Immerhin macht er einen Heidenspass.

 

back_to_the_60s

Dieser Artikel geht wieder einmal heraus an den Me Made Mittwoch.

6 Responses to “Zurück in die 60er”

  1. Irene

    Toll, Eure Kleider! Das klingt wirklich nach jeder Menge Spaß schon in der Vorbereitung!Ihr Seht klasse aus! Ich mag diese Art von Kleidern auch sehr!

    Liebe Grüße Irene

  2. SaSa

    Tolle Kleider, vielen Dank für’s Teilen! Die Vorbereitung und das Nähen haben wahrscheinlich genauso Spaß gemacht wie das Fest selbst.
    Liebe Grüße, SaSa

  3. deUhl

    LiebeJulia,
    nun bin ich doch schneller bei Dir,als ich dachte.
    Die Tanzschule Fern gab es jeden Samstag im Fernsehen und bevor ich die Badewanne musste….konnte ich mein ersten Tanzschritte lernen.:-)))
    Viel Spaß beim Kleider ausführen.
    Herzliche Grüße zu Dir,Sabine

  4. Yvonne

    Göttlich, da stimmt einfach alles, die tollen Kleider die Kulisse und dieser Wahnsinns Tanz 😀
    viele liebe Grüße Yvonne
    http://by-yvonne-mania.blogspot.com

  5. Julia

    So ein informativer Beitrag! Dass der Beat Club in Bremen entstand wusste ich gar nicht. Und die Kleider (und die passende Kulisse) sind echt einfach toll! Beim ersten Foto dachte ich wirklich erst, es sei ein Original aus den 60ern.

    Liebe Grüße
    Julia

  6. Onychophora

    Sehr tolle Kleider! Ich mag die 60er Kleidungstechnisch ja schon.

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